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Der Deutsche Tourismusverband - DTV: Organisation für die touristische Entwicklung des Landes

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DTV: Mitglieder der Organisation

Der Deutsche Tourismusverband berät, zertifiziert und koordiniert über seine zahlreichen Mitglieder, zu denen unter anderem die Landestourismusorganisationen gehören, außerdem verschiedene Marketingorganisationen regionaler Art. Zu den Mitgliedern zählen aber auch Städte und die kommunalen Spitzenverbände

  • Deutscher Landkreistag
  • Deutscher Städtetag
  • Deutscher Städte- und Gemeindebund
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sowie verschiedene Fördermitglieder. ADAC und Deutsche Bahn sind zwei dieser fördernden Mitglieder, hinzu kommen diverse Unternehmen aus dem privatwirtschaftlichen Bereich. Insgesamt blickt der DTV auf über 100 Mitglieder, wobei die Palette dieser Mitglieder sehr breit gefächert ist. Diese Mitglieder stellen sozusagen die Basis des Verbandes dar, denn ohne sie wäre er nicht handlungsfähig. Die Interessen derjenigen, die im deutschen Tourismus tätig sind, stehen im Fokus und können durch die Mitglieder überhaupt erst zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig ist es dem DTV möglich, durch den Überblick über die Interessen und Forderungen der einzelnen Mitglieder konkrete Ziele und Anforderungen zu definieren, die über die Verbandsarbeit umgesetzt werden sollen bzw. auf politischer Ebene in die Wege geleitet werden müssen. Tourismuspolitische Forderungen werden seitens des DTV und seiner Mitglieder verdeutlicht.

Aufgaben des Deutschen Tourismusverbandes

Der Deutsche Tourismusverband bezeichnet sich selbst als Kompetenzzentrum und befasst sich mit allen Fragen, die mit dem deutschen Tourismus in Zusammenhang stehen. Die rund 100 Mitglieder finden hier als Interessengemeinschaft zusammen und profitieren von den Beratungs- und Serviceleistungen des DTV. Im Einzelnen beschreibt er seine Aufgaben wie folgt:

  • Er stellt Daten und allgemeine Informationen rund um den deutschen Tourismus zur Verfügung.
  • Der DTV führt Grundlagenuntersuchungen durch.
  • Der Verband ermöglicht den Zugang zu Normen und Standards sowie zu Klassifizierungen.
  • Der DTV sieht sich als Netzwerkpartner für Politik, Wirtschaft und verschiedene Institutionen.
  • Er führt Fachveranstaltungen durch und unterstützt damit den Erfahrungsaustausch für alle in der Branche auf nationaler Ebene.
  • Der DTV bündelt die Interessen sämtlicher Akteure auf regionaler, kommunaler und bundesweiter Ebene.
  • Der Deutsche Tourismusverband bietet eine Rechtsberatung und damit eine praktische Hilfestellung für seine Mitglieder an.
  • Er erarbeitet Projekte zur qualitativen Verbesserung der Angebote im deutschen Tourismus und setzt diese um.
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Die Mitglieder haben beim DTV die Möglichkeit, ihre Interessen aktiv einzubringen bzw. deren Weiterverfolgung anzuregen. Dabei ist der DTV mitnichten nur Anlaufstelle für große touristische Unternehmen oder Anbieter von Deutschlandreisen. Auch Vermieter von Monteurszimmern oder Studentenzimmern finden hier kompetente Hilfe und erfahren Wissenswertes über eine mögliche Klassifizierung von Ferienwohnungen (falls diese zusätzlich als Zimmer für Monteure beworben werden sollen) und finden Rat und Hilfe bei der Suche nach regionalen Ansprechpartnern. Die Finanzierung der Vorhaben und Angebote erfolgt beim DTV einzig über die Mitgliedsbeiträge und über Einnahmen aus der DTV Service GmbH. Nur teilweise werden projektbezogene Mittel durch die Bundesregierung gewährt.

Fachausschüsse des Deutschen Tourismusverbandes

Der Dachverband des deutschen Tourismus arbeitet in vier verschiedenen Fachausschüssen, in die kompetente Vertreter der einzelnen Mitgliederorganisationen entsendet werden. Diese Fachausschüsse stellen eine Art Forum dar, in das sich die Mitglieder einbringen können und in dem ihre Fragen und Anliegen deutschlandweit diskutiert werden. Die Ausschüsse treffen sich zweimal im Jahr zu ihren Meetings, in denen neue Projekte besprochen und Papiere zur Beschlussfassung erarbeitet werden. Diese Papiere gehen dann an den Vorstand, der die Vorlagen für anliegende Entscheidungen nutzt.
Die Grundlage der Arbeit der Fachausschüsse bildet die festgeschriebene Geschäftsordnung. Diese sieht auch die Möglichkeit von Unterarbeitsgruppen vor, die kurzfristig gebildet werden können und in denen wichtige Einzelthemen erörtert werden. Die folgenden Fachausschüsse sind im Deutschen Tourismusverband vertreten:

1. Fachausschuss Camping und Caravaning
Der Campingtourismus nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu und hat sich zu einer starken wirtschaftlichen Säule des Tourismus entwickelt. Die aktuellen Themen dieses Gebiets werden im zugehörigen Fachausschuss erörtert, es geht um die Bereitstellung von Planungshilfen, um Klassifizierungssysteme und deren Weiterentwicklung sowie um die Förderung dieses touristischen Zweiges. Der Fachausschuss trifft sich üblicherweise bei Caravaning- und Campingmessen.

2. Fachausschuss Mobilität
Ohne optimale Reisemöglichkeiten kann es keinen Tourismus geben, daher stellt der DTV die Weichen für diese Voraussetzung über einen eigenen Fachausschuss. Der Ausschuss kommt zweimal im Jahr zusammen und befasst sich mit Fragen der Verkehrssicherung, mit der Bereitstellung und Anpassung von Verkehrsangeboten sowie mit unterschiedlichen Reisemitteln zu den diversen Urlaubszielen. Zu ausgewählten Fachthemen werden Experten und externe Gäste eingeladen, worüber der kontinuierliche Ausbau des ausschusseigenen Netzwerkes erfolgt.

3. Fachausschuss Nachhaltiger Tourismus
Dieser Fachausschuss sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Natur und bearbeitet entsprechende Themen. Der Ausschuss trifft sich zweimal im Jahr und entwickelt bei diesen Meetings neue Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Fremdenverkehr. Zeitgleich werden neue Projekte entworfen bzw. der Fortschritt aktueller Projekte begutachtet.

4. Fachausschuss Qualitätsinitiativen im Tourismus
Der Ausschuss befasst sich mit der kontinuierlichen Qualitätsoptimierung und mit Qualitätsmanagement im deutschen Tourismus. Diese beständige Optimierung ist eines der Hauptziele des DTV und Grund für regelmäßige Meetings des Fachausschusses.

Deutscher Tourismusverband Service GmbH

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Im Jahr 1970 wurde die DTV Service GmbH gegründet, eine 100prozentige Tochter des Deutschen Tourismusverbandes. Damit betreibt der Verband ein eigenes Unternehmen im wirtschaftlichen Sinne. Die Einnahmen tragen zur Finanzierung des Verbandes bei. Die Gesellschaft ist federführend bei Klassifizierungen und Zertifizierungen beteiligt und erarbeitet eigene Projekte zur Qualitätssicherung im Tourismuswesen. Des Weiteren führt die DTV Service GmbH Eigenveranstaltungen durch, was wiederum zur Finanzierung der gesamten Vorhaben beiträgt. Das erklärte Ziel der DTV Service GmbH liegt in der „Förderung des zukunftsfähigen Qualitätstourismus in Deutschland“, was über die Klassifizierung der Ferienimmobilien, der Campingplätze und Sportboothäfen geschieht. Auch Anbieter von Monteurszimmern können diese Klassifizierung in Anspruch nehmen, wenn sie ihre Immobilie zugleich als Ferienobjekt vermieten und nicht rein auf Zimmer für Monteure beschränkt sind. Selbige erfüllen die Ansprüche eines touristischen Angebots nicht und müssen daher getrennt von Ferienimmobilien betrachtet werden. Allerdings beschränken sich viele Vermieter ohnehin nicht auf das bloße Angebot des Zimmers oder der Wohnung für Monteure, sondern suchen häufig genug nach weiteren Vermietungsangeboten. Die Deutsche Tourismusverband Service GmbH ist zudem als Koordinator zu sehen, der sich mit dem innerbetrieblichen Qualitätsmanagement der Tourismusbetriebe auseinandersetzt. Das Qualitätsmanagementsystem trägt den Namen „ServiceQualität Deutschland“ und entspricht exakt den Anforderungen deutscher Dienstleistungsbetriebe. Insgesamt besteht das Ziel der Arbeit darin, einen besseren Service zu erwirken.

Eine Möglichkeit zur Qualitätsverbesserung besteht in der Einführung der i-Marke. Dieses Qualitätssiegel gibt es bereits seit 2006 und bezieht sich auf Touristeninformationsstellen. Insgesamt liegen der Klassifizierung 40 Kriterien zugrunde, anhand derer die Angebots- und Leistungsqualität der touristischen Informationsstellen geprüft und eingestuft wird. Der Kriterienkatalog ist bundesweit einheitlich und standardisiert.

Die i-Marke wurde eingeführt, weil sich die modernen Touristeninformationen heute nicht mehr nur auf reine Service-Anfragen einstellen müssen. Die Kompetenz- und Aufgabenfelder wurden wesentlich verbreitert, die Anforderungen in Bezug auf Qualität und Service, auf Leistung und Angebotserfüllung sind deutlich gestiegen.

Der Qualitätscheck für die Vergabe der i-Marke erfolgt über einen unabhängigen Prüfer, der Infrastruktur, Service, Ausstattung und Angebot der Touristeninformation bewertet. Dabei wird versucht, durch die Augen des Gastes zu sehen, um dessen Anforderungen und Wünsche besser einschätzen zu können. Unter anderem werden dabei folgende Punkte abgefragt:

  • Ist die Touristeninformation gut ausgeschildert, sind Adresse und Kontaktdaten auf der Internetseite angegeben?
  • Bestehen Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe (bis 100 m Entfernung)?
  • Ist die Touristeninformationsstelle auf Wander- und Radwegen verzeichnet?
  • Ist sie barrierefrei zugänglich?
  • Sind die Öffnungszeiten an regionale Anforderungen angepasst (auch bei örtlichen Großveranstaltungen)?
  • Sind qualifizierte Mitarbeiter jederzeit zugegen? Sind diese mit Namensschild gekennzeichnet?
  • Werden kostenlose Informationen zur Region vergeben (auch zum Mitnehmen)?
  • Sind Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten kostenfrei zugänglich?
  • Ist ein Stadt- und Regionalplan innen und außen gut sichtbar zugänglich?
  • Gibt es in der Touristeninformation eine öffentliche Toilette?

Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich die DTV Service GmbH bei der Vergabe der i-Marke (weißes I auf rotem Grund). Die Kriterien werden immer wieder überarbeitet und angepasst, wobei die Gästeerwartungen das Maß aller Dinge sind.

Die Deutsche Tourismusverband Service GmbH prüft überdies Ferienwohnungen und Privatzimmer, was wiederum für Vermieter von Monteursunterkünften und Zimmern für Berufsreisende interessant sein dürfte. Hierüber erhält der Gast ein Qualitätsversprechen und weiß, was er mindestens von seiner Unterkunft erwarten kann. Für die Klassifizierung werden Sterne vergeben, die wiederum signalisieren, dass hier nach den üblichen Sternekriterien des DTV gearbeitet wurde. Die Unterkünfte bekommen zwischen ein und fünf Sternen verliehen, wobei ein Stern die einfachste Unterkunft darstellt, fünf Sterne stehen für eine erstklassige Immobilie. Die Vergabe des Siegels erfolgt für Angebote von Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Privatzimmern, die bis zu neun Betten bieten. Wer als Vermieter ein Arbeiterzimmer anbietet, profitiert von dieser Klassifizierung ebenfalls, denn vor allem diejenigen, die nicht nur wenige Tage, sondern einige Wochen auf Montage sind, wünschen sich oft etwas mehr Komfort. Dieser kann über die Sterne des DTV deutlich gemacht werden.

Für die Klassifizierung wird der bundesweit einheitliche Kriterienkatalog der DTV Service GmbH genutzt. Dort werden unter anderem folgende Punkte für Privatzimmer abgefragt:

  • sauberer, gepflegter Zustand des Zimmers sowie des gesamten Grundstücks
  • Zimmer als räumlich abgeschlossene Einheit
  • mindestens eine sanitäre Einrichtung ist zur alleinigen Nutzung oder zur Mitbenutzung durch Mitmieter vorhanden
  • mindestens ein Außenfenster ist vorhanden
  • jeder Raum besitzt eine regulierbare Heizquelle
  • Steckdosen und Beleuchtung sind in jedem Raum vorhanden
  • Gästezimmer befindet sich nicht im Keller
  • Betten und Matratzen sind in gepflegtem Zustand

Dies sind die allgemeinen Mindestkategorien, die jedes Privatzimmer zur Vermietung erfüllen muss, wenn es sich der Klassifizierung durch den DTV stellt. Hinzu kommen weitere Kriterien je nach Einstufung in die einzelne Sternekategorie. Sehr wichtig ist dabei das Ausliegen einer zentralen Informationsmappe, dazu kommen diverse Ausstattungsgegenstände wie Haartrockner und Kleiderschrank (2 Sterne), Ganzkörperspiegel, Radio und Fernseher (3 Sterne), Verdunkelungsmöglichkeit der Fenster und Internetpräsenz (4 Sterne) sowie Kühlschrank und Minibar (5 Sterne). Wer sich zur Überprüfung durch die DTV Service GmbH anmeldet, sollte sich ausreichend darauf vorbereiten und sich mit der gewünschten Sternekategorie vertraut machen! Bewertet wird das Zimmer so, wie es am Tag der Begutachtung vorgefunden wird. Versprechen über weitere Ausstattungsvarianten oder neu anzuschaffende Gegenstände bleiben unberücksichtigt.

Die Einstufung in die Sternekategorie bleibt für drei Jahre bestehen, danach ist eine neue Bewertung nötig. Innerhalb dieser Zeit kann auch ein Vermieter von Monteurszimmern mit den DTV-Sternen werben.

Dabei hat die Begutachtung noch einen weiteren Vorteil: Wer sich bewerten lässt und in eine Sternekategorie eingestuft wird – bzw. das angebotene Zimmer -, kann von zahlreichen rechtlichen Informationen rund um die Vermietung von Privatzimmern profitieren.

Die Kosten für eine Überprüfung durch den DTV liegen derzeit bei 24,99 Euro für drei Jahre (Stand: 2017), dazu kommt eine variable und einmalig zu zahlende Bearbeitungsgebühr für die Prüfung. Diese Gebühr legt die zuständige Tourismusorganisation fest.

Deutscher Tourismusverband bild Die Deutsche Tourismusverband Service GmbH befasst sich des Weiteren mit Campingplätzen und der verbesserten Qualität im Campingtourismus. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen das Campen für sich entdecken und somit auch die Anzahl der Angebote für Zelturlaube oder Ferien mit dem Wohnmobil steigt, befasst sich der Verband bzw. die Service GmbH mit der Qualitätssicherung in diesem Bereich. Hierbei kooperiert der DTV mit dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland. Beide haben im Jahr 2000 ein eigenes Klassifizierungssystem entwickelt, welches eigens für Serviceangebote auch Campinganlagen und Freizeiteinrichtungen in Deutschland konzipiert wurde. An diesem System beteiligt waren Praktiker ebenso wie Verbraucherverbände – sie alle beschäftigten sich mit der Infrastruktur, mit Serviceangeboten und Dienstleistungen auf den entsprechenden Anlagen.

Der DTV verfolgt gemeinsam mit dem Bundesverband der Campingwirtschaft das Ziel, das Klassifizierungssystem für Campingplätze zu verbreiten und eine möglichst flächendeckende Bewertung zu erreichen. Es sollten sich so viele Campingplätze wie möglich an der Zertifizierung beteiligen, wobei eine unterschiedliche Einstufung in Sternekategorien angestrebt wird.

In dem Zusammenhang arbeitet die DTV Service GmbH an Planungshilfen für Wohnmobilstellplätze. Derzeit existieren in Europa rund 1,35 Millionen Reisemobile – etwa 440.000 davon sind in Deutschland zugelassen. Damit zählt das Reisen per Wohnmobil zu einem wichtigen Zweig des Tourismus, wobei die Besitzer derartiger Mobile als sehr reisefreudig gelten. Sie unternehmen in jedem Jahr viele verschiedene Reisen, die meist von kurzer Dauer sind und häufig in der Nebensaison stattfinden. Für den Tourismus innerhalb von Deutschland ist diese Reisegruppe besonders interessant, füllt sie doch eine große Lücke, die durch die Nebensaison entsteht. Gleichzeitig sind Menschen, die per Reisemobil unterwegs sind, sehr individualistisch veranlagt und suchen sich oft Reiseziele, die nicht auf den üblichen ausgetretenen Pfaden liegen. Gern stehen sie auf alternativen Plätzen und weniger bevorzugt auf traditionellen Campinganlagen. Inzwischen gibt es eine wahre Szenerie von Wohnmobilstellplätzen in der Nähe von Bädern und Thermen, an Restaurants und Hotels, auf Weingütern oder Bauernhöfen. Doch diese Stellplätze dürfen nicht wahllos angeboten werden, sondern müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Genau diese legt der DTV fest und bietet eine umfassende Planungshilfe für Stellplätze an. Diese Planungshilfe wurde durch die Service GmbH des DTV in Kooperation mit den Fachverbänden der Camping- und Caravaningbranche entworfen.

Als letzter Punkt der Schwerpunktarbeit der Deutschen Tourismusverband Service GmbH sei auf das Qualitätsmanagement Wassertourismus Kanu (kurz QMW-Kanu) eingegangen. Hierbei handelt es sich um ein betriebliches System zur Zertifizierung mit bundesweiter Reichweite. Das System ist noch vergleichsweise neu und wurde erst im Jahr 2014 eingeführt. Der Träger ist der Deutsche Tourismusverband in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Kanu e. V., das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt. Dieses richtet sich an alle Betriebe, die sich mit angeboten für Kanutouren in Deutschland befassen. Sie werden als direkte Zielgruppe bezeichnet, dazu kommt die indirekte Zielgruppe der Personen und Betriebe, die im weiteren und im engeren Sinne mit dem Kanutourismus zu tun haben.

Das Ziel des DTV besteht darin, ein deutschlandweites Zertifizierungssystem allein für den Kanutourismus umzusetzen, das zugehörige Konzept trägt den Namen „Qualitätsmanagement Wassertourismus“. Zugrunde liegen hier die Systeme „Maritimes Qualitätsmanagement“ und „Qualitäts- und Umweltsiegel/Viabono“, die bereits deutschlandweit gelten und die touristischen Angebote auf der einen Seite berücksichtigen, auf der anderen Seite aber auch den Erhalt der Naturlandschaften zum Ziel haben.

Das Qualitätsmanagementsystem beschäftigt sich dabei mit der Betriebsführung selbst, mit der Sicherheit und Ausrüstung, mit Ökologie und Naturverträglichkeit sowie mit Informationen und Service für Kunden. Außerdem werden Standort und Infrastruktur mit einbezogen.

Wird das Gütesiegel an den Kanubetrieb vergeben, darf dieser damit werben und das Siegel in Katalogen und im Internet nutzen. Dabei gilt die Zertifizierung für höchstens drei Jahre, für eine Fortschreibung ist ein neuer Check nötig.

Eigenveranstaltungen des Deutschen Tourismusverbandes

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Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Deutschen Tourismusverbandes liegt in der Organisation verschiedener Veranstaltungen. Zum einen ist hier der Deutsche Tourismustag zu nennen, der als größte Fachtagung innerhalb der deutschen Tourismuslandschaft gilt. Diese Veranstaltung ist ein wichtiges Netzwerk-Event und bietet allen Teilnehmern die Möglichkeit, sich über diverse Inhalte auszutauschen. Gleichzeitig lassen sich neue Kontakte knüpfen und Geschäftsverbindungen vertiefen. Zu den Teilnehmern zählen alle diejenigen, die im Tourismuswesen tätig sind, dazu kommen Vertreter aus Ministerien und Vorstände verschiedener touristischer Verbände.

Zum anderen wird durch den DTV das Deutsche Städte- und Kulturforum ausgerichtet, was sich in erster Linie an die Tourismusverantwortlichen der Städte richtet, die Mitglied im DTV sind. Zusätzlich sind alle diejenigen Besucher willkommen, die sich mit dem Kulturtourismus befassen oder selbst kulturschaffend tätig sind. Bei der Veranstaltung referieren namhafte Experten über aktuelle Themen aus dem Bereich Städte- und Kulturtourismus, wobei der Fokus auf Angeboten aus Deutschland liegt. Hierbei zeigt sich, welche Potenziale für den DTV zu erschließen sind und welche Chancen der Tourismus in den Städten hat. Neben den Fachvorträgen ist genügend Zeit für die Netzwerkpflege und für den Austausch unter Besuchern eingeplant.

DTV und Qualität im deutschen Tourismus

Über Wettbewerbe und Qualitätsinitiativen versucht der Deutsche Tourismusverband, das gestiegene Qualitätsbewusstsein der Reisenden in Deutschland zu berücksichtigen und so setzt er sich seit Jahren beständig für eine Verbesserung der Qualität ein. Ausdruck finden diese Bemühungen in den diversen Klassifizierungs- und Zertifizierungsangeboten sowie in den Wettbewerben, an denen die Touristiker teilnehmen können.

Überprüft werden im Rahmen einer Klassifizierung oder Zertifizierung vor allem „harte“ Merkmale wie die Ausstattungsmerkmale oder die Größe eines Objekts. Beim gesamten Verfahren der Zertifizierung müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden, die je nach Angebot teilweise deutlich variieren.

Wettbewerbe sind meist auf die Dauer von einem Jahr festgelegt und somit zeitlich befristet. Während dieser Zeit muss eine Aufgabe komplett gelöst worden sein bzw. wurde ein Ziel mit den vorhandenen Mitteln erreicht. Wichtig dabei ist, dass die Teilnehmer etwas für den eigenen Alltag mitnehmen, dass sie hierbei lernen und neue Dinge anwenden können. Sie werden mit diesem Wettbewerb in eine bestimmte Richtung geführt, die zum Beispiel auch „Zertifizierung“ lauten kann. Jeder Teilnehmer sollte sich ein Ziel setzen, das er neben dem eigentlichen Wettbewerbsziel auch selbst in dieser Maßnahme erreichen will. Insofern bieten die Wettbewerbe des DTV einen enormen Mehrwert für alle Teilnehmer. Bekannte Wettbewerbe des DTV sind unter anderem der Deutsche Tourismuspreis, Landeswettbewerb Familien (nur Baden-Württemberg), Brandenburger Gastlichkeit, Ferienhof des Jahres oder Hessischer Tourismuspreis.

Unterschieden werden müssen die Wettbewerbe hinsichtlich ihrer Reichweite, denn einige Angebote des DTV sind nur regional bedeutsam. Zu den regelmäßigen Initiativen des DTV gehören:

  • Barrierefrei
    Die Initiative „Rolli frei“ ist auf Schleswig-Holstein beschränkt und bietet eine Zertifizierung für alle Anbieter von Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Privatzimmern – und ist damit auch für Anbieter von Monteurszimmern interessant. Die Aktion gilt landesweit und ist bereits seit 2004 am Start.
  • Beherbergungsklassifizierung
    Sämtliche Unterkunftsmöglichkeiten deutscher Tourismusanbieter können einer Klassifizierung unterzogen werden, an deren Ende eine Einstufung in eine Sternekategorie steht. Zur Beherbergungsklassifizierung zählen die G-Klassifizierung, die Klassifizierung von Kinder- und Jugendunterkünften, die deutsche Hotelklassifizierung und die Klassifizierung von Campingsplätzen.
  • Dienstleistungszertifizierung
    Zu dieser Initiative zählt die bereits beschriebene i-Marke, dazu kommen ServiceQualität Deutschland sowie einige landesweite Einzelinitiativen. Hessen und Bayern sind nur zwei Beispiele für Bundesländer, die sich dieser regelmäßigen Initiative unterziehen und so den regionalen Fremdenverkehr aktiv unterstützen.
  • Familienfreundlich
    Besonders großen Wert legt der Deutsche Tourismusverband auf familienfreundliche Angebote der Tourismusbetriebe. Hier ist zum Beispiel die Initiative Kinderland Bayern zu nennen, auch das Qualitätsmanagement Familienurlaub Mecklenburg-Vorpommern zählt dazu. Geprüft werden vor Ort die touristischen Angebote hinsichtlich ihrer Familientauglichkeit. Sind die Urlaubsangebote wirklich kinderfreundlich?
  • Landtourismus
    Der ländliche Raum spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Hinblick auf den Tourismus, daher wird er auch seitens des DTV in die Initiativen einbezogen. Vergeben wird hier das BAG Gütesiegel, welches bundesweit als Anerkennung der Erlebnisqualität gilt. Anbieter von Ferienwohnungen und Privatzimmern können sich der Zertifizierung unterziehen, so auch Vermieter von Wohnraum an Arbeiter, Handwerker und Geschäftsreisende. Die Initiative gibt es bereits seit 2007 und verfolgt das Ziel, die Servicequalität des Landurlaubs vergleichbarer zu gestalten. Gemeinsam mit der DLG verleiht der DTV zudem die Gütezeichen für den Urlaub auf dem Bauernhof, auf dem Winzerhof oder für den Landurlaub.
  • Natur und Umwelt
    Ecocamping und Viabono heißen die Initiativen des DTV, die sich mit dem natur- und umweltfreundlichen Reisen befassen. Hier steht der Klimaschutz an erster Stelle und es werden die touristischen Anbieter ausgezeichnet, die Tourismus, Klimaschutz und Umwelt besonders gut vereinbaren können.

Der Deutsche Tourismusverband bietet neben den angesprochenen Initiativen noch viele weitere wie das Angebot des ADFC „Bett+Bike“ oder die ADFC Qualitätsrouten. Hinzu kommen die Bereiche Wandern und Wassertourismus, beides Sparten, die in den letzten Jahren explosionsartig vergrößert wurden. Auch der touristische Wachstumsbereich Wellness wird seitens des DTV einer Klassifizierung unterzogen.

Touristische Marktforschung über den DTV

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Der Deutsche Tourismusverband betreibt wie kein anderer Verband eine ständige Marktforschung. So werden alljährlich Studien veröffentlicht, in denen es unter anderem um die Entwicklung der Reisebranche geht, wo beliebte Ziele und Zahlen zu Reisen publiziert werden. Jährlich veröffentlicht der DTV seine Broschüre „Zahlen – Daten – Fakten“, in der alles Wissenswerte zur Reisebranche zu finden ist. Außerdem gibt es die sogenannten DTV-Studien, in denen es um den Städte- und Kulturtourismus, um Reiseziele und aktuelle Besonderheiten geht. Einen großen Bereich macht die touristische Marktforschung aus, zu der ebenfalls einmal jährlich ein Bericht veröffentlicht wird. Hieran beteiligen sich auch Mitglieder des DTV wie der ADAC und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). Sie befragen Tourismusbetriebe zu ihrer Auslastung und zum Reiseverhalten der Menschen. Daraus werden Auswertungen erstellt, die beim Finden neuer Initiativen und der Einstufung der Herbergsunternehmen hilfreich sind.

Der DTV und Monteurszimmer

Sicherlich hat der DTV mit Vermietern von Monteurszimmern nur wenig zu tun, doch die Vermietung als Privatzimmer kann durchaus relevant sein. Wer sein freies Zimmer nicht nur an Monteure und Geschäftsreisende anbietet, sondern darüber hinaus noch an Feriengäste, tut gut daran, sich mit den Bestimmungen des Deutschen Tourismusverbandes auseinanderzusetzen. Denn die bereits angesprochene Klassifizierung macht auch für ein Handwerkerzimmer Sinn. Der Grund: Wenn ein Monteur auf Zimmersuche ist und zwischen zwei Angeboten wählen kann, die einen ähnlichen Preis haben – ist es nicht ziemlich sicher, dass er sich für das klassifizierte Angebot entscheiden würde? Das bedeutet, dass Vermieter von derartigem Wohnraum mit einer deutlich besseren Auslastung rechnen können. Wer die Immobilie daher zum Zwecke der Einkommenserhöhung vermietet und folglich eine größtmögliche Auslastung wünscht, sollte sich über die Zertifizierung durch den Deutschen Tourismusverband informieren. Darüber hinaus lassen sich zahlreiche Vorteile nutzen, wie etwa die Rechtsberatung für Vermieter. Der DTV bietet des Weiteren Hilfe bei der Erstellung von Mietverträgen und berät auch zum Verfahren mit säumigen Mietern.

www.Monteurunterkunft.de