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Flexibilität im Beruf - Entwicklung der Berufsreisen

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Berufsreisende, auch Pendler genannt, bilden inzwischen eine große Gruppe innerhalb der berufstätigen Personen in der Bundesrepublik. Als Berufsreisender gilt, wer bei Fahrten oder Flügen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz regelmäßig die Gemeindegrenze des Wohnortes verlässt. Die Gründe für solche Berufsreisen können unterschiedlich sein. In der Regel ist das Berufsfeld, der Wohnort sowie der Standort des Unternehmens und auch die Art der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen ursächlich. Wenn ein Arbeitnehmer im Auftrag seines Unternehmens beruflich reisen muss, so benötigt er immer eine Übernachtungsmöglichkeit (Monteurwohnung) in der Nähe seines jeweiligen Arbeitsplatzes. Dies ist sehr gut ablesbar an den vielen Handwerkern, Monteuren oder Pflegekräften, die seit einigen Jahren aus verschiedenen, osteuropäischen Staaten wie Polen, Tschechien oder der Slowakei nach Deutschland kommen, um hier einer Tätigkeit nachzugehen.

Die Entwicklung von Berufsreisen im letzten Jahrzehnt

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Der Austausch von Waren oder Dienstleistungen wird schon seit Jahrtausenden betrieben. Fahrende Händler boten in nah und fern ihre Produkte an, Wunderheiler und Ärzte waren unterwegs bis in weit entfernte Länder, um ihre Heilkunst auszuüben. Dieser Trend hat sich weiter entwickelt und unsere Welt ist heute noch sehr viel stärker miteinander vernetzt, als noch vor 20 Jahren. Dies gilt vor allem auch für den Wirtschaftssektor. Immer mehr Unternehmen agieren heute nicht mehr nur national, sondern betreiben ihre Geschäfte zunehmend auch international. Das hat zur Folge, dass die Unternehmen nicht nur Waren in aller Herren Länder schicken, sondern auch Mitarbeiter. Gerade die immer stärkere Vernetzung innerhalb der Europäischen Union trägt dazu bei. Seit der Öffnung der Binnenmärkte tauchen immer mehr Unternehmen aus dem angrenzenden Ausland auf dem Markt auf. Beispielsweise bieten Handwerksunternehmen aus Tschechien, Polen, Rumänien oder der Bulgarien ihre Dienstleistungen an und punkten mit günstigen Konditionen. Die Mitarbeiter dieser Firmen können natürlich nicht täglich an ihren Wohnort zurückkehren. Damit die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten können, brauchen sie günstige Unterkünfte für ihre Mitarbeiter. Ein weiterer Trend geht dahin, dass einzelne ausländische Arbeitskräfte wie Monteure, Handwerker oder andere Pendler zwar in der Bundesrepublik arbeiten, den Hauptwohnsitz aber weiterhin in ihrem Heimatland haben. Diese Arbeitskräfte sind meist Saisonkräfte aus der Gastronomie oder dem Handel sowie Pflegekräfte oder Arbeitnehmer auf Montage. Vor allem große Konzerne buchen für Messen, Festivals oder Events gerne unternehmensfremdes Personal, für welches dann wiederum Unterkünfte benötigt werden.

Fakten und statistische Zahlen zur Entwicklung von Berufsreisen

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im Jahr 2004 etwa 30 Millionen Berufsreisende in der Bundesrepublik gezählt. Ungefähr 360.000 Personen galten dabei als so genannte Wochenendpendler. Sie bleiben während der Woche an ihrem Arbeitsplatz und kehren lediglich am Wochenende an ihren Wohnort zurück. Dem Bundesamt zufolge stieg die Zahl der Berufsreisenden zwischen 2004 und 2012 um insgesamt 11 Prozent. Die Zahl der Geschäftsreisen stieg von 2004 bis 2015 von 146 Millionen auf knapp 183 Millionen an. Insgesamt verließen im Jahr 2015 mehr als 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen jeden Tag die Gemeinde ihres Hauptwohnsitzes, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen. Die Kosten für Übernachtungen während einer Berufsreise lagen 2015 bei 67,6 Millionen Euro. Wer als Berufsreisender unterwegs ist und in Ballungsräumen seinen Wohnsitz und seinen Arbeitsplatz hat, nutzt zu 31 Prozent öffentliche Verkehrsmittel. Wer seinen Arbeitsplatz außerhalb von Ballungsräumen hat, verwendet für seine Reisen eher einen PKW. Berufsreisende, deren Arbeitsplätze weit entfernt vom Wohnort sind oder sich sogar außerhalb der Bundesrepublik befinden, greifen auf Fernzüge oder Flüge zurück. Im Jahr 2014 gab es etwa 135.000 so genannte Auspendler, also Berufsreisende, die Deutschland verlassen mussten, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Auch hier sind die Zahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Weitere Gründe für die Zunahme von Berufsreisen

Neben dem Wunsch von Unternehmen, Mitarbeiter zum Arbeiten in weiter entferntere Gebiete zu entsenden, spielen auch Faktoren eine Rolle, die hausgemacht sind. Gerade in den Ballungsgebieten ist ein rasanter Anstieg der Wohnungsmieten zu beobachten. Außerdem ist der Immobilienmarkt hart umkämpft, da nicht genügen Wohnraum zur Verfügung steht. Aus diesen Gründen tendieren immer mehr Arbeitnehmer dazu, die kostspieligen Metropolen zu verlassen und sich in günstigeren Gegenden anzusiedeln. Für günstigere Mieten und Lebenshaltungskosten nehmen sie gerne längere Fahrtzeiten zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf. Denn die anfallenden Kosten für die An- und Abreise zur bzw. von der Arbeitsstelle sowie das Anmieten einer Unterkunft in der Nähe des Arbeitsplatzes während der Woche sind häufig nicht so hoch, wie die Wohnung in einem Ballungsraum nahe dem Arbeitsort. Ein weiterer Grund liegt darin, dass vor allem Großunternehmen und multinationale Konzerne sich immer öfter in Großstädten ansiedeln, da sie dort gute Infrastrukturen wie Autobahnanschlüsse, Häfen oder Airports vorfinden. Diese Strukturen helfen ihnen dabei, auf dem weltweiten Markt mithalten zu können. Weite und umständliche Wege zum nächsten Airport, Bahnhof oder Hafen sind für Unternehmen oft sehr kostspielig und dadurch unrentabel. Dies gilt sowohl für ihre Produkte, aber auch für ihr Personal. Die Grundbedingung für die Ansiedlung ist immer, dass man möglichst schnell von Punkt A nach Punkt B kommt.

Weitere Entwicklung bei Berufsreisen

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Aufgrund der rasanten, wirtschaftlichen Entwicklung kann vermutet werden, dass sich die Zahl der Berufsreisenden in der Zukunft noch deutlich erhöhen wird. Die Mitarbeiter werden immer flexibler, bezahlbarer Wohnraum in den Ballungsräumen ist kaum noch zu finden und auch die Lebensqualität in kleineren Städten steigt immer mehr an. Vor allem die Globalisierung der Wirtschaft treibt Unternehmen dazu, Filialen auch in weit entfernten Ländern zu eröffnen. Nur so kann ein Unternehmen heute auf den hart umkämpften Märkten rund um den Globus bestehen. Aus diesem Grund wurden kostengünstige aber effektive Strategien entwickelt, die gewährleisten, dass man überall auf der Welt vertreten und damit für potenzielle Kunden erreichbar ist. Eine dieser Strategien ist der Einsatz von Berufsreisenden.

Umwandlung ländlicher Gegenden in Satellitenstädte

Außerhalb der großen Metropolen bilden sich so genannte Satellitenstädte, die durch die Ausdehnung von städtischen Wohngebieten entstehen. Je größer die Einwohnerzahl solcher Satellitenstädte ist, umso mehr kleinere Geschäfte, Dienstleister oder kommunale Institutionen finden den Weg dorthin. Auch Schulen oder Kindertagesstätten müssen von den jeweiligen Städten oder Gemeinden eröffnet werden, sobald die Einwohnerzahl ein bestimmtes Niveau erreicht. Hinzu kommt das oft große Engagement von Eltern, die eigene Strukturen aufbauen und beispielsweise durch Betreuungsangebote oder private Bildungseinrichtungen dafür sorgen, dass in der Nähe des Wohnortes ein adäquater Unterricht möglich wird. So entstehen mit der Zeit Strukturen, die es Berufsreisenden ermöglichen, ihrer Familie den festen und günstigen Wohnsitz zu erhalten. Gerade bei wechselnden Arbeitsorten legen Berufsreisende großen Wert auf Stabilität, wenn es um darum geht, das Privatleben durch einen festen Standort am Leben zu erhalten.

Spezialisierung fördert Berufsreisen

Um vor allem die Personalkosten gering zu halten, wurde von den Unternehmen der Fokus zunehmend auf hochspezialisierte Fachkräfte gelegt, die einerseits bereit sind, regelmäßig Berufsreisen im Namen ihres Unternehmens anzutreten und andererseits möglichst so effizient zu arbeiten, dass sie mehrere Arbeitskräfte ersetzen. Durch spezialisierte Berufsreisende kann ein Unternehmen also viel Geld einsparen. Deshalb werden mehr und mehr Arbeitskräfte als hochspezialisierte Kräfte aufgrund der voranschreitenden Komplexität der Tätigkeitsfelder und den damit verbundenen Spezialisierungen einzelner Aufgaben zwischen unterschiedlichen Arbeitsorten hin- und herreisen. Eine Ursache dafür ist, dass es sich für ein Unternehmen oft nicht rentiert, mehrere Personen zu beschäftigen, wenn auch eine einzelne Fachkraft die anfallende Arbeit leisten kann. Manchmal sind zwar kurzfristige Lösungen in Form von Homeoffice möglich, über einen längeren Zeitraum hinweg kann ein Unternehmen aber nicht auf die Anwesenheit einer Fachkraft vor Ort verzichten.

Flexibilität bei Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist gefragt

Betrachtet man die Geschichte, so werden die Veränderungen zu heute schnell deutlich. Waren Mitarbeiter in früheren Zeiten an einen einzigen Arbeitsplatz gebunden und führten eine ganze Reihe von Tätigkeiten aus, so müssen sie heute extrem flexibel sein, wenn es um den Standort ihres Arbeitsplatzes geht und sie müssen sich immer weiter spezialisieren, wenn es um ihre Fachkenntnisse und damit Kompetenzen geht. Nur wer diesem Druck standhält, kann sich seines Arbeitsplatzes auch zukünftig sicher sein. Die zu erwartende, steigende Zahl von Berufsreisenden stellt deshalb den Arbeitnehmer, aber auch die Unternehmen vor ganz neue Herausforderungen, beispielsweise, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Die größere Herausforderung liegt hier vermutlich beim Unternehmen. Bei allen beruflichen Anforderungen, vor die ein Unternehmen seine Mitarbeiter stellt, sollte immer auch auf Bedürfnisse des Arbeitnehmers Rücksicht genommen werden. Beispielsweise ist es notwendig, bei der Terminplanung Rücksicht zu nehmen und dem Mitarbeiter Freiräume zu lassen, um neben der Arbeit zeit für private Angelegenheiten zu haben. Eine Trennung von der Familie über einen längeren Zeitraum kann sehr belastend für eine Beziehung sein. Auch die arbeitsbedingte Distanz zu anderen, engen Angehörigen oder Freunden ist nicht einfach zu ertragen. Hier kann z. B. eine eigens angepasste Gestaltung der Arbeitszeiten oder auch die Genehmigung von Homeoffice oder Telefon- bzw. Video-Konferenzen helfen, Probleme zumindest zu minimieren und private Konflikte häufiger zu vermeiden. Mit solchen Absprachen kommt ein Unternehmen seinem Mitarbeiter entgegen und gewährleistet, dass Freizeitunternehmungen mit der Familie trotz notwendiger Berufsreisen möglich sind und soziale Kontakte weiterhin gepflegt werden können. Leider ist die Entwicklung im Bereich der Arbeitszeiten eher seitenverkehrt. Die steigende Flexibilisierung hat für Berufsreisende leider bisher eher zu steigender Arbeitszeit geführt und nicht zu sinkenden Arbeitsstunden pro Woche. Hier müssen tragfähige Arbeitszeitmodelle für die Zukunft entwickelt werden, die die Notwendigkeit der Work-Life-Balance des Mitarbeiters stärker in den Blick nehmen und berücksichtigen.

Gesundheit von Berufsreisenden schützen

Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für beide Seiten ist der gesundheitliche Aspekt. Das ständige Reisen vom Wohnort zur Arbeitsstelle oder umgekehrt stellt mitunter eine hohe Belastung für den Organismus dar, da sich das Stressniveau des Mitarbeiters deutlich erhöht. Dies gilt insbesondere, wenn weite Strecken (z. B. mit dem Flugzeug) zurückzulegen sind. Aber auch lange Autofahrten oder stundenlanges Sitzen im Zug können sich negativ auf die Gesundheit des Berufsreisenden auswirken. Aus diesem Grund ist es Aufgabe des Unternehmens, für eine ausreichende Freizeit sowie Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers Sorge zu tragen. Dies kann beispielsweise durch eine großzügige und flexible Urlaubsplanung gewährleistet werden. Auch eine adäquate ärztliche Versorgung sollte im Interesse des Unternehmens sein, vor allem, wenn der Mitarbeiter regelmäßig in Länder reisen muss, in denen die Gesundheitsversorgung eher mangelhaft ist. Regelmäßige Gesundheits-Checks sollten vom Unternehmen gerade für Mitarbeiter, die regelmäßig beruflich auf Reisen sind, vorgeschrieben werden. Dies dient beiden Seiten, der Gesundheit des Mitarbeiters und dem Erhalt seiner Arbeitskraft für das Unternehmen.

Vermieter müssen auf steigende Zahlen reagieren

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Wer die Möglichkeit dazu hat, kann als Vermieter von Monteurzimmern oder Wohnungen für Berufsreisende tätig werden. Der Markt in diesem Bereich wächst rasant, da die Nachfrage nach solchen Unterkünften stetig steigt. Deshalb wäre es gut, wenn auch die Zahl von Vermietern zunehmen würde, die mit möblierten Monteurwohnungen auf diese Nachfrage reagieren und sie befriedigen. Um als Vermieter erfolgreich zu sein, sollte allerdings beachtet werden, wo Bedarf besteht. Nicht in allen Regionen der Republik steigt die Zahl der Anfragen von Berufsreisenden. Diese sind hauptsächlich in Metropolregionen zu beobachten, was vermutlich mit nicht vorhandenem, bezahlbaren Wohnraum sowie städtebaulichen Strukturen zu tun hat. Wenn in einer Metropole wirtschaftlich genutzte Flächen und Wohnsiedlungen dicht beieinander liegen, ist die Nachfrage meist nicht ganz so hoch, weil die Mitarbeiter ihren Wohnsitz noch sehr nah am Arbeitsplatz haben können. Diese Konstellation wird allerdings aufgrund des Platzmangels in vielen Städten in den kommenden Jahren mehr und mehr abnehmen.

Rahmenvertrag mit Unternehmen abschließen

Für Berufsreisende werden von Seiten der Unternehmen immer häufiger Unterkünfte in der Nähe des Arbeitsortes benötigt. Die Suche nach passenden Unterkünften bindet dabei jedes Mal personelle Ressourcen, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten. Die Lösung könnten langfristige Rahmenverträge zwischen Unternehmen und Vermietern von günstigen Zimmern oder Wohnungen sein. Vor allem für Vermieter von Monteurzimmern bzw. kleinen Wohnungen kann es lohnenswert sein, mit einem Unternehmen einen Rahmenvertrag zu schließen. Als Vermieter kann man dabei durchaus gut abschneiden, denn durch adäquate Unterkünfte und das Wissen, dass das Unternehmen auf die Räumlichkeiten angewiesen sind, hat man eine gute Verhandlungsposition und kann den einen oder anderen Euro mehr erwirtschaften. Mit dem Abschluss eines solchen Rahmenvertrages ist letztlich beiden Seiten gedient. Der Vermieter kann mit regelmäßigen Einnahmen rechnen und das Unternehmen muss nicht bei jeder Berufsreise eines Mitarbeiters nach einer günstigen Unterkunft suchen. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich als Vermieter selbst aktiv mit Unternehmen in Verbindung zu setzen. Auf diese Weise sind schon zahlreiche, langfristige Geschäftsbeziehungen entstanden. Die Devise lautet hier, dass fragen nichts kostet, außer ein wenig Zeit.

Vermietung an Schüler und Studenten in der Urlaubszeit

Zu beobachten ist auch, dass gerade in der Urlaubszeit junge Leute oder preisbewusste Personen gerne versuchen, die meist günstigen Monteurzimmer anzumieten. Sie verfügen oft nicht über ein unbegrenztes Reisebudget und sehen solche Unterkünfte als preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit an. Auch Abiturienten oder Studenten versuchen, für einen Ferienjob oder eine Master- oder Bachelorarbeit bei bestimmten Unternehmen Einlass zu finden. Entweder schreiben sie über das Unternehmen oder möchten dort nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz finden. Für ein solches Vorhaben wird natürlich eine Unterkunft benötigt, die nicht zu teuer ist, da auch Schüler oder Studenten für Reisen und Unterkünfte nur wenig Budget besitzen. Deshalb sind sie ebenfalls potenzielle Kunden für Vermieter von möblierten Zimmern oder Monteurwohnungen, weil diese oft sehr preisgünstig vergeben werden.

Rechtliche und steuerliche Vorschriften für Vermieter

Die Vermietung von Wohnraum an Monteure oder sonstige Handwerker und damit die Unterbringung von Berufsreisenden unterliegt bestimmten rechtlichen und steuerlichen Vorschriften, die es als Vermieter zu beachten gilt. Zunächst einmal muss ein Vermieter ein Gewerbe anmelden, die geplante Vermietung eigener Räume oder Wohnungen bei den zuständigen Behörden anmelden und sicherstellen, dass diese die vorgeschriebene Größe aufweisen und alle Vorgaben des Brandschutzes erfüllen. Die erzielten Einnahmen müssen durch die Entrichtung von Steuern (Einkommens-, Gewerbe- und Umsatzsteuer) natürlich steuerlich abgegolten werden. Die Ausstellung von Rechnungen inklusive Umsatzsteuer muss ihm erlaubt sein, d. h. er benötigt einen Gewerbeschein. Berufsreisende wünschen fast immer eine solche Rechnung, da sie die Kosten für eine Übernachtung nicht selten zunächst aus eigener Tasche bezahlen und sich das Geld später von ihrem Unternehmen erstatten lassen. Dies ist aber nur gegen Vorlage und in Höhe der Hotelrechnung möglich. Der Vermieter sollte auch auf eine transparente und ordentliche Buchführung achten, da es immer wieder zu Überprüfungen durch das Finanzamt kommen kann.

Voraussetzungen für den Erfolg als Vermieter von Monteurzimmern

Um langfristigen Erfolg als Vermieter von Unterkünften für Berufsreisende zu haben, sollten einige Voraussetzungen gegeben sein und beachtet werden. Wenn dies geschieht, kann das eigene Haus, eine eigene Wohnung oder ein Zimmer zu jeder Zeit an Berufsreisende wie Arbeiter, Monteure und Handelsreisende oder an Urlauber, Studenten sowie Praktikanten vermietet werden. Zu diesen Voraussetzungen gehört vor allem, dass die zu vermietenden Räumlichkeiten möglichst nah an einer größeren Stadt liegen. Sie sollten von dieser nicht weiter als etwa 30 Kilometer entfernt sein. Zudem spielt der Preis eine entscheidende Rolle. Die Kosten für ein Zimmer sollten bei höchstens 30 Euro liegen. Ein Einzelzimmer darf maximal 40 Euro kosten. Ein für viele Monteure wichtiges Kriterium ist das Vorhandensein eines nahegelegenen, möglichst sicheren Parkplatzes. Eine immer wichtigere Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermietung ist die Werbung. Der Vermieter sollte sich eine eigene Homepage zulegen. Diese muss ansprechend gestaltet sein und alle wesentlichen Punkte enthalten. Im Idealfall ist die Homepage mehrsprachig und findet so eventuell auch bei ausländischen Firmen Beachtung. Neben einer Website kann auch in einschlägigen Magazinen, Zeitungen oder Online-Foren Werbung gemacht werden. Inzwischen gibt es Webseiten, auf denen sich Vermieter eintragen können. Ebenfalls wichtig ist eine funktionierende Mundpropaganda. Falls der Service des Vermieters gut ist, werden die Monteure und Vertreter davon in ihren Unternehmen berichten. So gewinnt man neue Kunden. Eine noch nicht sehr weit verbreitete Strategie von Vermietern ist es, aktiv auf Unternehmen zuzugehen und seine Dienstleistungen anzubieten. Gerade die Kontaktaufnahme mit kleinen und mittelständischen Handwerksunternehmen kann hier sinnvoll sein. Entsprechende Kontaktdaten lassen sich im Internet oder bei der Handwerkskammer finden. Ein wenig Vorsicht ist bei Handwerksbetrieben geboten, die nicht selten versuchen, über große Buchungskontingente über lange Zeiträume einen Preisnachlass zu bekommen. Wenn dann die Mitarbeiter der Firma anreisen, sind es häufig weniger, als ursprünglich angekündigt, den Preisnachlass möchte die Firma aber dennoch. In einem solchen Fall sollten sich Vermieter für jede einzelne Buchung eine schriftliche Bestätigung ausstellen lassen. So werden Verluste verhindert und man hat eine Handhabe für den Fall, dass man seine Forderungen in Form einer Klage durchsetzen muss.

Bedarfsanalyse für Unterkünfte erstellen

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Um festzustellen, ob und wo es sich lohnt, mit einem Angebot für Monteurunterkünfte zu starten, ist es für Vermieter notwendig, sich Informationen zum Bedarf einzuholen. Einen ersten Einblick kann hier das Statistische Bundesamt geben, das jedes Jahr entsprechende Zahlen veröffentlicht. Sie geben eine relativ detaillierte, nach Regionen aufgegliederte Übersicht über den Bereich der Berufsreisen bzw. Berufsreisenden von oder nach Deutschland. Es werden aber auch die Zahlen der Europäischen Union erfasst, wodurch man eine Vorstellung darüber erhält, wie viele Berufsreisende aus dem europäischen Ausland zu uns kommen und zumindest als potenzielle Kunden für Unterkünfte infrage kommen. Da Vermieter auch Zugriff auf Zahlen früherer Jahre haben, können sie für ihre Region die bisherige und auch zukünftige Entwicklung ablesen. Genauere Analysen sind beispielsweise mit Hilfe von Übersichten zu regelmäßig stattfindenden Messen oder ähnlichen Events oder auch geplanten Baumaßnahmen möglich. Natürlich ist es sinnvoll, die jeweiligen Mitbewerber im Blick zu behalten und zu reagieren, wenn sich deren Angebote oder Preise verändern. So bleiben Vermieter gegenüber ihren Konkurrenten wettbewerbsfähig. Wenig Sorgen müssen sich auch zukünftig jene Vermieter machen, die Immobilien in touristisch erschlossenen und gut besuchten Regionen besitzen. Wenn einmal weniger Berufsreisende eine Unterkunft buchen, so kann man diese jederzeit als Ferienwohnung an normale Urlauber vermieten. Vermietet man Monteurunterkünfte in einer Metropole, so wird die Nachfrage auch in Zukunft gleichbleibend hoch sein.

Fazit

Die Entwicklung im Bereich der Berufsreisen von Monteuren, Handwerkern oder Handelsvertretern hat erst in den letzten Jahrzehnten an Fahrt aufgenommen und wird auch in Zukunft weitergehen. Unternehmen werden zukünftig noch stärker darauf bedacht sein, ihre Produkte oder Dienstleistungen durch die Arbeit von reisenden Mitarbeitern an den Mann oder die Frau zu bringen. Insgesamt betrachtet bleibt ihnen keine andere Möglichkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben und im globalen Spiel der Wirtschaft mithalten zu können. Diese Tatsache garantiert den Vermietern von Monteurzimmern oder kleinen Wohnungen auch auf lange Sicht eine gleichbleibend hohe Übernachtungsrate und ein gesichertes Einkommen. Wer sich als Vermieter von Unterkünften für Monteure, Handwerker oder Handelsvertreter aktiv um Kunden aus dem In- und Ausland bemüht, wird bei vielen Unternehmen auf offene Türen und Ohren stoßen.

www.Monteurunterkunft.de